I. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
1.) Sozialproduktdefinitione
a) BIP / Brutto Inland Produkt
"monetärer Wert aller Güter und Dienstleistung im Inland (orientiert an der politischen Grenze) bewertert über ein Jahr"
Die Bewertung erfolgt zu Marktpreisen. Die Erfassung erfolgt unabhängig davon, woher die Güter oder Dienstleistung stammt.
b) Bruttoinlandseinkommen
"Wert aller Güter und Dienstleistungen, die von Inländern produziert worden."
Der Begriff des Inländer richtet sich hier nach den Bestimmungen des Steuerrecht zum dauerhaften Wohnsitz.
Berechnungen und Zusammenhänge:
BIP
+ Saldo der Primäreinkommen
(
+ Faktoreinkommen von Inländern im Ausland
- Faktoreinkommen von Ausländern im Inland
-----------------------------------------
(dieses war früher das BSP (Bruttosozialprodukt))
+ empfangene Subventionen aus dem Ausland
(bspw. aus der EU Mittel für den Aufbau Dresdens nach der Flutkatastrophe)
- geleistete Subventionen an das Ausland
(bspw. an Brüssel die Einnahmen aus Zöllen an die europäische Gemeinschaft)
)
____________________________________________
= BNE (Bruttonettoeinkommen)
2. Emtstehungsrechnung
2.1. Ermittlung des BIP
1. Schritt:
Zerlegung der Volkswirtschaft in einzelne Sektoren.
2. Schritt:
Berechnung eines Bruttoproduktionswertes
Der Bruttoproduktionswert berechnet sich aus:
BPW = abgesetzte Güter x Marktpreis + auf Lager produzierte Güter x Herstellkosten
3. Schritt:
Ermittlung von Vorleistungen
4. Schritt:
Berechnung des BIP
Das BIP ist dann die Summe der Nettoproduktionswerte
BIP = Summe des Bruttoproduktionswertes abzüglich der Summe der Vorleistungen
2.2. Informationsgehalt der Entstehungsrechnung
- Höhge des BIP
- Sektorale Struktur der Volkswirtschaft
- Anteil der Vorlesitung je Güter; Input_Output
- sektorale Strukturwandel
Beispiel:
| Jahr | Agrar | Produktion | Dienstleistung |
| 1900 |
50 % |
40 % |
10 % |
| -1950 |
10 % |
60 % |
30 % |
| -2000 |
01 % |
29 % |
70 % |
Erklärungen:
- technischer Fortschritt
- Wandel in Richtung Dienstleistung (andere Faktoren wachsen jedoch mehr)
- steigender Wohlstand
->steigendes reales Prokopfeinkommen (PKE)
3. Verwendungsrechnung
"Welche Güter werden produziert?"
BIP =
C priv (privater Konsum) +
(für den Endverbraucher)
C st. (Staatskonsum) +
(z.B. Bildungsausgaben)
I brutto (Bruttoinvestitionen) +
(private und staatliche Investitionen)
Außenbeitrag (Export - Import)
(Nettoauslandsnachfrage, ausschliesslich Güter und Dienstleistungen, aus Handels und Dienstleistungsbilanz)
Teilweise ist die Unterscheidung zwischen Investition und Konsum nicht immer einfach. Ein Kühlschrank kann bei einen Koch bspw. eine Investation zwecks Lagerung und Handel von Lebensmitteln dienen, ebenso wie beim Privaten zum Konsum durch die Aufbewahrung der zu verspeisenden Lebensmittel. Entscheidend für die Einteilung ist die geplante Verwendung.
Betrachtet wird hier die gesamtwirtschaftliche Nachfrage an ihr läßt sich auch eine konjunkturelle Entwicklung absehen.
Einteilung:
circa 60 % dienen dem privaten Konsum,
circa 20 % den Staatskonsum,
circa 20 % den Bruttoinvestitionen
circa 1 bis 2 % den Nettoauslandsnachfrage.
Exportquote = EXPORTE / BIP =ungefähr= 32 %
Importquote = IMPORTE / BIP =ungefähr= 30 %
Offenheitsgrad einer Volkswirtschaft:
OG = ( (EXPORT+IMPORT)/2 ) / BIP
=ungefähr=30 %
Beispiel:
Export = 60 Geldeinheiten GE
Import = 40 GE
BIP = 200
OG = ((60+40)/2 ) / 200 = 25 %
Der Offenheitsgrad drückt aus, wie stark ich im Welthandel eingebunden bin und stellt ferner die Abhängigkeit zum Auslandsmarkt dar.
Bruttoinvestitionen =
Nettoinvestitionen +
(Erweiterungsinvestitionen die den volkswirtschaftlichen Kapitalstock steigen lassenm hierdurch kommt es zum wirtschaftlichen Wachstum)
Abschreibungen
(Der Kapitalstock bleibt konstant, es kommt lediglich zu Ersatz oder Reperaturinverstitionen)
Beispiel: Ein Taxifahrer muss sein Taxi verschrotten und eines neukaufen. DIeses ist eine Ersatzinvestition und keine Vermögenserweiterung
Nettoinvestitionen
I netto = I brutto - Abschreibungen
4. Verteilungsrechnung
Verteilung des Volkseinkommen auf die Produktionsfakteren Arbeit und Kapital.
BIP
+ - Saldo der Primäreinkommen
_________________________________
BNE zu Marktpreisen (Bruttonationaleinkommen)
- Abschreibungen
_________________________________
NNE zu Marktpreisen (Nettonachfrageeinkommen)
- Produktions- und Importabgaben (war einst indirekte Steuer)
+ Subventionen (inländisch)
_________________________________
NNE zu Faktorpreisen (Nettonationaleinkommen)
= Volkseinkommen (Nettowertschöpfung)
Je mehr indirekte Steuer erhoben wird desto höher ist der Marktpreis, aber der eigentliche Wert (Faktorkosten) bleibt gleich!
Volkseinkommen soll nicht durch Subventionen oder indirekte Steuern verfälscht werden.
Volkseinkommen
- Produktionsfaktor Arbeit
= Einkommen aus unselbstständiger Arbeit (Löhne+Gehälter)
Daraus ergibt sich die Lohnquote = (Löhne + Gehälter) / Volkseinkommen
- Produktionsfaktor Kapital
= Einkommen aus UNternehmertätigkeit und Vermögen
Gewinn + Zinsen + Miete + Pacht
Die Gewinnquote = (Gewinn + Miete + Zinsen + Pacht) / Volkseinkommen
Die Lohnquote und die Gewinnquote ergeben 1 (100 %)
Volkseinkommen = Summe aller Einkommensarten aus Löhne + Gehälter + Gewinne + Miete + Zinsen + Pacht
Der Boden wird als Vermögen betrachtet und fällt somit unter Kapital
LQ etwa 70 % (70 % des Volkseinkommen fallen auf Arbeit)
GQ etwa 30 % (70 % des Volkseinkommen fallen auf Kapital)
In den 70iger/80igern ist die Lohnquote angestiegen, wodurch die Gewinnquote gesunken ist.
Dieses ist problematisch zu betrachten, da es auch mehr AN geben kann. Ferner laufen die Selbstständigen unter der Kategorie Kapital.
Die Kopfzahl verändert sich in Abhängigkeit zu den Beschäftigen.
Konjunkturelle Abhängigkeit:
Lohnquote = (Arbeitseinsatz x Lohnsatz) / (Volkseinkommen real(Anzahl aller produzierten Güter und Dienstleistungen) x Preisneveau)
a) In der Phase der Rezension
weniger Arbeit - weniger Produktion Das Preisneveau ist tendenziel am sinken.
Der durchschnittliche Lohnsatz reagiert durch Konstanz aufgrund von Tarifverträgen mit einer Laufzeit von 12 bis 24 Monaten (keine Lohnflexibilität). Hier ist der Lohnsatz unabhängig von der Konjunktur.
Die Lohnquote steigt in der Rezension.
Die Arbeitnehmer verlieren tendenziel weniger als die Arbeitgeber (Unternehmer). Dennoch verlieren beide!
b) In einen wirtschaftlichen Aufschwung/Boom
Alles steigt nur der Lohnsatz nicht. Hierdurch sinkt die Lohnquote, aber die Gewinnquote steigt. Hier profitieren die AG (Unternehmer) stärker als die Arbeitnehmer.
Zusammenfassung:
OFG = ( (EXPORTE+IMPORTE)/ 2 ) / BIP = Offenheitsgrad.
"Wie offen verhält sich eine Volkswirtschafts zu einer anderen Volkswirtschaft. Inwieweit gibt es da Handelsbeziehungen.
5. Übersichtsdarstellung der VGR (volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung)
Entstehungsrechnung:
BPW
- Vorleistung
= BIP
Verteilungsrechnung:
BIP
+ Saldo der Primäreinkommen
= BNE
- Abschreibungen
- Produktions und Importabgaben
+ Subventionen
= Volkseinkommen
Lohnquote _|_ Gewinnquote
Verwendungsrechnung:
BIP =
C pr. privater Konsum +
C st. Staatskonsum +
I brutto Bruttoinvestitionen +
Export - Import
6. Konzeption des staatlichen Bundesamtes
Ausgehend von einer Bruttowertschöpfung ermittelt zu Herstellkosten kommt es zu folgender Rechnung. Im Ergebnis ist sie identisch zur VGR.:
Bruttowertschöpfung des Sektor Land-, Forstwirtschaft und Fischerei
+ Bruttowertschöpfung des Sektor Bauwirtschaft
+ Bruttowertschöpfung des Sektor Handel, Verkehr, Gastronomie
+ Bruttowertschöpfung des Sektor Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen
+ staatliche und private Dienstleistungen (Bsp. IHK, Parteien)
-------------------------------------------------------------------
= Bruttowertschöpfung (unbereinigt)
Dieses ist vergleichbar mit den Nettoproduktionswert, jedoch ist diess mit den Herstellkosten und nicht mit den Marktpreisen bewertet
- unterstellte Bankdienstleistungen
-------------------------------------------------------------------
= Bruttowertschöpfung (bereinigt)
+ Nettogütersteuer (indirekte Steuer und Subventionen
-------------------------------------------------------------------
= BIP
7. Kritik am BIP pro Kopf als Wohlstandsindikator
a) Gesamtwohlstand
Neben dem Marktsektorm gibt es auch einen Schattensektor.
1.) legale Aktivitäte des Schattensektors:
- Hausfrau/Hausmann
- "Nachbarschaftshilfe"
- ehrenamtliche Aktivitäten
- Eigenproduktion (privater Anbau)
- Do it yourself
2.) illigale Aktivitäten
- Drogenhandel
- Schwarzarbeit
Das BIP kann nur dann für den Wohlstand einer Gesellschaft aussagekräftig sein, wenn ein Großteil im Marktsektor liegt.
Es gibt jedoch Erfassungsprobleme im Schattensektor ebenso wie Bewertungsprobleme in diesen Bereich, da Private kaum mit Marktpreisen ihre Taten berechnen können.
b) Einkommensverteilung wird nicht erfast
c) Kaufkraft wird nicht berücksichtigt
KEine Beachtung des Warenkorbes -> Kaufkraftprioritäten
d) Umweltverschmutzung wird nicht erfasst
e) Verbrauch an Ressourcen
- intergenerative Aspekte
Problem der Nachhaltigkeit
f) öffentliche Güter zu Faktorkosten.
Bsp. Brückenbau. Hier kann jedoch der Marktwert diesen Wert übersteigen.
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